In den Räumen von WUK next.level herrscht am Abend des 18. Mai 2010 ein ungewohnter Trubel. Viele Gäste sind der Einladung des Berufsintegrationsprojekts für Jugendliche und junge Erwachsene (15-24 Jahre) mit psychischer Erkrankung gefolgt und drängen sich um die ausgestellten Werke. von Anna Kroll

Kunsttherapie ist ein wichtiger Baustein des seit Dezember 2008 laufenden Projekts WUK next.level. Hier können sich die Jugendlichen nonverbal ausdrücken, was den Selbstausdruck, die Kommunikations- und Beziehungsfähigkeit fördert und das Selbstwertgefühl sowie den Zugang zu individuellen Ressourcen stärkt. Im Vordergrund steht der gestalterische Prozess, weniger das eigentliche Gestaltungsergebnis, denn hierbei werden die TeilnehmerInnen individuell kunsttherapeutisch begleitet, können über ihre Gestaltung sprechen, Spannungen abbauen und so ihre Allgemeinverfassung verbessern.
Als Vorbereitung für die Ausstellungssituation setzten sich die Jugendlichen mit verschiedenen Fragen wie: „Was kann Kunst alles?“ und „Warum werden Kunstwerke geschaffen?“ innerhalb der Gruppe auseinander und kamen zu vielseitigen Antworten.
Das Ausstellungsstück mit dem Titel „Forever yours“ wurde von der Teilnehmerin Agatha P. gestaltet. Sie freue sich über die Möglichkeit ein eigenes Bild der Öffentlichkeit zu präsentieren, so die 17-Jährige. Das Bild ist eine Liebeserklärung an ihren Freund, verrät sie, mit dem sie die Musik, im Bild als Notenschlüssel dargestellt, verbindet.
Neben jenen der TeilnehmerInnen von WUK next.level befinden sich auch Werke des Berufsintegrationsprojektes für behinderte Menschen „unik.at“ in der Ausstellung, die erworben werden können.
Aber an diesem Abend geht es nicht nur um die malerische Kunst, sondern, wie Projektleiterin Dr. in Camilla Bensch in ihrer Eröffnungsrede verdeutlicht, um Kunst in all ihren Formen. Zum Beispiel auch in musikalischer Form durch Mag.a A. Grabner und ihre Schwester L. Grabner, die mit nachdenklichen und gefühlvoll vorgetragenen Titeln für Gänsehaut bei den Gästen sorgen.
WUK-Geschäftsleiterin Ute Fragner zitiert passenderweise Karl Valentin, der bereits wusste: "Kunst ist schön, macht aber viel Arbeit.“. In diesem Sinne macht sich das Team von WUK next.level weiter an die Arbeit.
