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Gefördert vom Wiener Integrationsfonds (bis 2005) und anschließend von der Magistratsabteilung 17, Integration und Diversität der Stadt Wien.

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MA 17-Beratung

Beratung für jugendliche MigrantInnen

Projektlaufzeit 2005-2011

Mag.a Heidi Primus in der Beratung mit einem Jugendlichen
Mag.a Heidi Primus war von Beginn an für die Beratung von jugendlichen MigrantInnen verantwortlich.

Die Beratung für jugendliche MigrantInnen des WUK Domino war ein spezielles Angebot für Jugendliche mit Migratonshintergrund, die meist nicht direkt aus der Schule kamen. Bei den TeilnehmerInnen handelte es sich um Jugendliche, die die Pflichtschule schon verlassen hatten und weder auf das schulisch organisierte Berufsberatungsangebot noch auf das Clearing zugreifen konnten.

Schwerpunkte: Migration und Benachteiligung

Eine Besonderheit der Beratung lag darin, dass sie eine einzigartige Ergänzung zu anderen Beratungseinrichtungen darstellte, die sich entweder mit Menschen mit Behinderung oder mit MigrantInnen beschäftigten, denn hier liefen diese beiden Schwerpunkte zusammen. Jugendliche mit Migrationshintergrund und Förderbedarf erhielten Informationen zu beiden Themenblöcken.

Das Angebot

Ein zentrales Element der Beratung war das sehr persönliche Eingehen auf die individuellen Bedürfnisse der Jugendlichen. Sie wurden darin unterstützt, ihre Qualifikationen zur erfolgreichen Integration in den österreichischen Arbeitsmarkt zu erweitern und auf ihrem Weg in das Berufsleben begleitet. Das Angebot bestand unter anderem aus folgenden Maßnahmen:

  • berufliche Orientierung
  • Selbstwertstärkung
  • Vorbereitung auf Bewerbungssituationen
  • Suche nach Ausbildungs- und Arbeitsstellen
  • Information über Förderungen für Menschen mit Behinderung und über das Ausländerbeschäftigungsgesetz

Viele der durch die Beratung von WUK Domino betreuten Jugendlichen hatten durch verschiedene Misserfolge in ihrer schulischen Laufbahn sowie in ihrem Bemühen um Arbeit in der neuen Heimat ihr Selbstwertgefühl und Vertrauen in die eigene Leistungsfähigkeit eingebüßt. Die jugendlichen MigrantInnen benötigten daher nicht nur einen längerfristigen Aufbau einer Betreuungsbeziehung, sondern auch ein intensives Beratungsangebot, das sie, unter Einbeziehung ihrer speziellen Bedürfnisse und des sozialen Umfelds, auf ihrem Lebens- und Arbeitsweg eine Zeit lang begleitete und sie in ihrem Selbstbewusstsein stärkte.

Der Beratungsansatz

Die Beratung und Betreuung der Jugendlichen erfolgte nach einem systemischen Ansatz, nach dem sowohl die persönlichen als auch die sozialen Umstände berücksichtigt wurden. Zudem sollte die Selbständigkeit der Jugendlichen zur eigenständigen Bewältigung ihrer Probleme, nach dem Prinzip „Hilfe zur Selbsthilfe“ gefördert werden. Während der Beratung wurde im Sinne einer Ressourcenorientierung das Augenmerk auf das Erkennen der Stärken und Möglichkeiten der Jugendlichen gelegt, anstatt sich auf deren Schwächen zu konzentrieren.

Sprachliche Förderung

Ein wichtiger Beitrag während der MA 17-Beratung war das Pilotprojekt „Wir spielen Deutsch“, das an ausgewählten Wiener Sonderschulen durchgeführt wurde und Kinder mit Migrationshintergrund spielerisch in der deutschen Sprache fördern sollte. Überdies wurde einmal wöchentlich in der Beratungsstelle Deutschunterricht angeboten, der auf freiwilliger Basis beruhte und über mehrere Jahre fortbestand.

Mal- und Gestalttherapie

Zwischen 2009 und 2010 hatten drei Jugendliche mit Migrationshintergrund und Benachteiligung die Möglichkeit, in der sogenannten „Berufsorientierung Kreativ“, einem Diplomarbeitsprojekt der Ausbildung zur Mal- und Gestaltungstherapie, je 25 Stunden an einer Therapie mit dem Ziel der Selbstwertstärkung und beruflichen Integration teilzunehmen. Ein wichtiger Fixpunkt war die jährliche Teilnahme am Tag der Vielfalt, bei welchem die Arbeit des WUK Domino präsentiert wurde. Die Teilnahme an Tagungen und Vernetzungstreffen und die Zusammenarbeit mit anderen Einrichtungen bildete einen weiteren Schwerpunkt der Arbeit der Beraterin.

Resümee

Von 2005 bis 2011 nahmen insgesamt 327 Jugendliche das Angebot der MA 17-Beratung in Anspruch. Viele von ihnen konnten beruflich orientiert und in den österreichischen Arbeitsmarkt integriert werden. Manche entschieden sich für einen weiteren Schulbesuch, andere wurden in Projekte vermittelt, wieder andere wurden nur anfangs in der Erstellung ihrer Bewerbungsunterlagen angeleitet und konnten danach ihre Suche selbständig fortführen.

Die berufliche Beratung für jugendlichen MigrantInnen mit Benachteiligung stellte sicher eine wesentliche Bereicherung in der Wiener Beratungslandschaft dar und wird eine Lücke hinterlassen, wo es in Zukunft wichtig sein wird, darauf zu achten, diese Jugendlichen weiterhin durch andere Angebote zu unterstützen.