von Camilla Bensch
Laut der am 28.01.2010 präsentierten OECD-Studie ist der gesundheitliche Zustand der Jugendlichen alarmierend. Vor allem gesellschaftlichen Auswirkungen von psychischen Erkrankungen werden dabei vielfach noch zu wenig beachtet. Das Bundessozialamt ist sich der größer werdenden Problematik seit einigen Jahren bewusst und hat das WUK Ende 2008 mit einem Projekt beauftragt, das konkret intensive Hilfe für psychisch kranke Jugendliche bietet: WUK next.level.
Jugendliche sind durch die Lösung von Entwicklungsaufgaben extrem gefordert. Jugendliche, die gerade in dieser schwierigen Lebensphase eine psychische Erkrankung erleiden, werden zudem aus ihren gewohnten Bahnen herausgerissen. Schule, Freundeskreis und Wohnumgebung geben nicht mehr den gewohnten Halt. Sie müssen sich nicht nur mit dem Erwachsenwerden befassen, sondern auch ihren Weg zurück in die Arbeits- und Ausbildungswelt und ihr soziales Umfeld finden.
WUK next.level unterstützt Jugendliche mit psychischen Erkrankungen, die schon zu gesund für eine Klinik aber noch zu krank für eine Ausbildung oder Arbeit sind. Die TeilnehmerInnen werden in dieser für das weitere Leben bestimmenden Phase unterstützt. Das Team von WUK next.level begleitet die Jugendlichen dabei, in der Arbeitswelt wieder Fuß zu fassen. Dies ist eine wichtige Grundlage für die Bewältigung anderer Entwicklungsaufgaben.
Wie sieht nun diese Unterstützung aus? WUK next.level bietet den Jugendlichen innerhalb einer Wochenstruktur von 25 Wochenstunden Angebote, die speziell auf ihre Bedürfnisse abgestimmt sind: von einem lebenspraktischem Training über Soziales Kompetenztraining, zu Bewerbungstraining, kognitiven Training und zur Psychoedukation. Die Jugendlichen werden dabei von einem Team aus drei Psychologinnen, einer Psychotherapeutin und einer Outplacerin, die Firmenkontakte, der Vermittlung von Praktika und Ausbildungs- und Arbeitsstellen zuständig ist, unterstützt. Die Jugendlichen werden in der Gruppe und einzeln betreut. Ziel dabei ist die Ermöglichung einer beruflichen Integration auf einem Ausbildungs- oder Arbeitsplatz.
Die Erfahrung des ersten Jahres zeigen deutlich, dass eine Stabilisierung und erfolgreiche Integration möglich ist. Voraussetzung dafür ist aber eine sehr intensive und individuelle Betreuung, die nur mit einer überschaubaren Gruppe und einem hohen Personalaufwand möglich ist. Langfristig betrachtet ist aber ein aber ein solcher Aufwand gerechtfertigt. Maßnahmen zur Stabilisierung und Gesundung im Jugendalter vermeiden langfristig Folgekosten durch eingeschränkte Arbeitsfähigkeit, Therapie und Rehabilitationsmaßnahmen.